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Therapien und Untersuchungen

Darmspiegelung: Ablauf und Vorbereitung

Vorbereitung und Darmspiegelung Ablauf in einer gastroenterologischen Praxis

Der Darmspiegelung Ablauf beginnt schon am Tag vor der Untersuchung mit der Reinigung des Darms. Wie lange dauert eine Darmspiegelung? Die eigentliche Untersuchung dauert meist nur 15 bis 45 Minuten und wird in der Regel mit einem kurzen Schlafmittel durchgeführt. Dabei wird der Dickdarm mit einer dünnen Kamera von innen betrachtet.

Viele Menschen empfinden die Vorbereitung als anstrengender als die Spiegelung selbst. Das ist verständlich, denn das Abführen braucht Zeit und viele Toilettengänge. Wer den Ablauf kennt und sich gut vorbereitet, erlebt den Termin meist deutlich entspannter.

Warum eine Darmspiegelung durchgeführt wird

Bei einer Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, lassen sich Entzündungen, Polypen und andere Veränderungen der Darmschleimhaut direkt sehen. Polypen sind zunächst gutartige Wucherungen, aus denen sich über Jahre Krebs entwickeln kann. Werden sie bei der Untersuchung entfernt, sinkt das Risiko für Darmkrebs deutlich.

Das staatliche Portal gesund.bund.de zu Darmkrebs beschreibt die Darmspiegelung als zuverlässigste Methode der Früherkennung. In Deutschland wird sie Frauen und Männern ab 50 Jahren im Rahmen der Früherkennung angeboten. Bei einem unauffälligen Befund wird sie in der Regel nach zehn Jahren wiederholt.

Auch bei Beschwerden kann eine Spiegelung sinnvoll sein, zum Beispiel bei Blut im Stuhl, anhaltenden Veränderungen des Stuhlgangs oder ungeklärten Bauchschmerzen. Welche Ursachen hinter Bauchschmerzen stecken können, erklärt unser Beitrag zu Bauchschmerzen Ursachen. Die Entscheidung für die Untersuchung trifft die Praxis nach Ihren Beschwerden und Ihrer Vorgeschichte.

Die Vorbereitung in den Tagen davor

Einige Tage vor dem Termin bespricht die Praxis mit Ihnen Medikamente, Vorerkrankungen und den genauen Vorbereitungsplan. Blutverdünnende Mittel sind dabei besonders wichtig, weil bei der Entfernung von Polypen kleine Wunden entstehen. Setzen Sie solche Mittel niemals eigenständig ab, sondern nur nach Rücksprache.

Oft wird empfohlen, einige Tage vorher auf körnerhaltige Kost zu verzichten. Kerne und Samen können die Sicht im Darm stören und sich in Falten festsetzen. Am Tag vor der Untersuchung gibt es meist nur noch leichte Kost und später nur noch klare Flüssigkeiten.

Planen Sie für den Vorbereitungstag keine wichtigen Termine. Sie sollten in der Nähe einer Toilette bleiben und ausreichend trinken. Klare Brühe, Tee und Wasser helfen, den Flüssigkeitsverlust durch das Abführen auszugleichen.

Das Abführen am Vortag und am Morgen

Für eine gute Sicht muss der Darm möglichst vollständig leer sein. Dazu trinken Sie eine abführende Lösung, insgesamt meist zwei bis vier Liter, verteilt auf den Abend vorher und den Morgen des Untersuchungstages. Den genauen Zeitplan erhalten Sie schriftlich von Ihrer Praxis.

Wie Gesundheitsinformation.de zur großen Darmspiegelung beschreibt, ist das Ziel erreicht, wenn auf der Toilette nur noch klare Flüssigkeit ausgeschieden wird. Ist der Stuhl noch bräunlich oder enthält er feste Reste, ist die Reinigung noch nicht ausreichend. Melden Sie sich in diesem Fall in der Praxis, bevor Sie losfahren.

Kleine Tricks erleichtern das Trinken der Lösung. Gekühlt schmeckt sie vielen Menschen besser, und ein Strohhalm kann helfen. Zwischen den Portionen sind klare Getränke erlaubt, die den Geschmack neutralisieren, sofern sie im Vorbereitungsplan Ihrer Praxis vorgesehen sind.

Der Darmspiegelung Ablauf in der Praxis

Nach der Anmeldung legen Sie sich in der Regel auf die linke Seite. Über einen Zugang in der Armvene erhalten Sie auf Wunsch ein Beruhigungs und Schlafmittel, sodass Sie von der Untersuchung meist wenig oder nichts mitbekommen. Puls und Sauerstoff werden währenddessen überwacht.

Die Ärztin oder der Arzt führt das Koloskop, einen biegsamen Schlauch mit Kamera und Licht, vorsichtig über den After in den Darm ein. Mit etwas Luft oder Kohlendioxid wird der Darm sanft entfaltet, damit die Schleimhaut gut sichtbar wird. Beim langsamen Zurückziehen wird die Darmwand sorgfältig betrachtet.

Werden Polypen oder auffällige Stellen entdeckt, können sie in derselben Sitzung entfernt oder es kann eine Gewebeprobe entnommen werden. Das ist in der Regel nicht schmerzhaft, weil die Darmschleimhaut kaum Schmerz empfindet. Das entfernte Gewebe wird anschließend im Labor untersucht.

Was Sie danach beachten sollten

Nach der Untersuchung ruhen Sie sich im Aufwachbereich aus, bis die Wirkung des Schlafmittels nachlässt. Wer ein solches Mittel erhalten hat, darf für 24 Stunden nicht selbst Auto fahren und keine Maschinen bedienen. Lassen Sie sich deshalb abholen und nehmen Sie sich für den Rest des Tages nichts Anstrengendes vor.

Etwas Blähungen oder ein Druckgefühl im Bauch sind nach der Untersuchung häufig und klingen meist rasch ab. Sie entstehen durch die Luft, die während der Spiegelung in den Darm gegeben wurde. Bewegung und ein warmer Bauchwickel können das Wohlbefinden unterstützen.

Essen ist normalerweise bald wieder möglich, beginnen Sie am besten mit einer leichten Mahlzeit. Wurden größere Polypen entfernt, gibt die Praxis manchmal besondere Hinweise für die folgenden Tage. Starke Schmerzen, Fieber oder eine deutliche Blutung nach der Untersuchung sollten Sie umgehend ärztlich abklären lassen.

Unterschiede zur Magenspiegelung

Die Darmspiegelung betrachtet den Dickdarm vom After aus, während eine Magenspiegelung Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm über den Mund untersucht. Beide Verfahren arbeiten mit einer dünnen Kamera und können Gewebeproben ermöglichen. Die Vorbereitung unterscheidet sich jedoch deutlich, weil für den Magen meist nur eine Nüchternphase nötig ist.

Wenn Beschwerden im Oberbauch im Vordergrund stehen, kann statt einer Darmspiegelung eine andere Untersuchung passender sein. Wie diese verläuft, lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema Magenspiegelung Ablauf. Manchmal werden beide Spiegelungen auch an einem Termin kombiniert, wenn die Fragestellung das nahelegt.

Das Ergebnis der Darmspiegelung bespricht die Praxis meist noch am selben Tag in Grundzügen mit Ihnen. Der Laborbefund der entnommenen Proben folgt einige Tage später. Daraus ergibt sich auch, wann die nächste Kontrolle sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Darmspiegelung Ablauf, tut die Untersuchung weh?

Die meisten Menschen erhalten ein Schlafmittel und bekommen von der Untersuchung nichts mit. Ohne ein solches Mittel kann das Vorschieben des Geräts und die Luft im Darm ein Druckgefühl verursachen. Sprechen Sie Wünsche und Sorgen zur Beruhigung vorher offen mit der Praxis ab.

Wie lange dauert eine Darmspiegelung?

Die Untersuchung selbst dauert meist 15 bis 45 Minuten. Hinzu kommen Vorbereitung vor Ort und eine Ruhephase danach. Planen Sie für den gesamten Termin am besten zwei bis drei Stunden ein.

Was passiert, wenn der Darm nicht sauber genug ist?

Dann ist die Schleimhaut nicht sicher zu beurteilen und kleine Veränderungen könnten übersehen werden. In solchen Fällen wird die Untersuchung manchmal abgebrochen und mit besserer Vorbereitung wiederholt. Halten Sie sich deshalb genau an den Abführplan Ihrer Praxis.

Wann erfahre ich das Ergebnis?

Einen ersten Eindruck erhalten Sie meist direkt nach dem Aufwachen im Gespräch mit dem Team. Ergebnisse von Gewebeproben brauchen einige Tage, weil sie im Labor untersucht werden. Ihre Praxis teilt Ihnen mit, wie und wann Sie den endgültigen Befund erhalten.

Hinweis: Die Inhalte auf Blickly.de dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden immer an Ärztinnen, Ärzte oder andere qualifizierte Fachpersonen.